Glück
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Hanukis Rückblick und ein neuer Blick nach Vorne

O.k. ich fange einfach mal an….Irgendwie hat sie mich rechts und links erwischt, die Schreibblockade! Die Gründe wie und warum es dazu kam sind vielschichtig. Natürlich ist Corona ein wenig Schuld und hat meine innere Einstellung zu vielen (elementaren) Dingen etwas verrückt. Ja, so kann ich es wohl nennen, alles ist gerade ein wenig ver-rückt. Eine neue Schublade hat sich aufgetan und ich kann noch nicht sagen, was ich reinpacken soll. Krisen bringen neue Seiten in jedem Menschen hervor. Krisen fordern, sie konfrontieren und verändern Sichtweisen – auch bei mir!

Aber jetzt mal von vorne – Rückblick:

Mein Blog ist mein Liebling, keine Frage, aber Mode, Beauty und Konsumwünsche hatten die letzten Wochen irgendwie so überhaupt keine wichtige Rolle gespielt. So ging es im Juli hauptsächlich um unsere Vermählung, und ich war so voller Vorfreude und auch so hibbelig mit den Vorbereitungen beschäftigt, dass mein Blog etwas hinten runter fiel. Die Corona-Krise schwebte zwischen Hochgefühl und Brautbefindlichkeiten stets über mir, und natürlich plagten mich auch Sorgen deswegen. Wie wird es sein, wenn wir alle Masken tragen müssen? Können wir einen Sektempfang machen? Wird alles klappen usw. usw. Um die Fragen zu beantworten, ja, unsere standesamtliche Hochzeit war trotz einiger Hygieneauflagen und Abstandsregeln wunderschön. Wir waren sogar das erste Brautpaar, welches im Museum in Wiesbaden getraut wurde. Ein wirklich einzigartiges Erlebnis.

Es gibt auch einen Ehemann *lach* Möchte aber Inkognito bleiben!

Nach unserer Hochzeit kam eine Zeit der friedvollen Ruhe und Entspannung. Ihr kennt es vielleicht, wenn man vor einem bestimmten Ereignis oder einer Prüfung wochenlang aufgeregt war und die Planungen und Vorbereitungen im Vordergrund standen. Wenn dann endlich das Ereignis vorüber ist, überfällt einem eine ausgedehnte Entspannung. Man könnte es auch angenehme Leere nennen oder die Lust auf gar nichts. So ging es mir zumindest. Ich wollte einfach nur Lesen, Spazieren gehen, Serien schauen und gesundes Essen kochen. Weder Sport, noch sonstige größere Aktivitäten konnten mich aus meiner After-Wedding-Blase hervorlocken. Dazu kamen natürlich noch die selbstauferlegten Beschränkungen, da Corona ja immer noch allgegenwärtig ist.

Doch jetzt nach ein paar Wochen Ruhe und viel Nichtstun verspüre ich langsam wieder Energie- und Aktivitätsschübe in mir wachsen. Sogar ein Abstecher ins Schwimmbad war auf einmal wieder drin und ließ mich aber nur kurz euphorisch werden. Die Ernüchterung kam sofort. Im Kreis schwimmen, unter Dauerbeobachtung stehen und keine Kopfsprünge. Gemein!

Auch von unserer geplanten Hochzeitsreise im Oktober/November mussten wir Abschied nehmen. Danke Corona! Ihr seht, das Virus hat uns in vielerlei Hinsicht dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir hoffen jetzt nur, dass nächstes Jahr unsere kirchliche Hochzeit und die große Feier wie geplant stattfinden können. Aber Jammern hilft da auch nicht. Ich denke an die vielen Menschen, denen es noch viel schlechter geht. Die krank sind und die vielleicht noch Familienmitglieder und Angehörige verloren haben. Da kann ich mich noch glücklich schätzen, dass wir so glimpflich davongekommen sind. Deswegen höre ich jetzt auf zu jammern und freue mich über mein Leben, mein Glück und meine Gesundheit. Vielleicht kommt jetzt auch langsam wieder Normalität in mein Leben und hoffentlich bald wieder Sport, denn die ersten Coronapölsterchen machen sich bereits in Hüftnähe bemerkbar.

Glück und Gesundheit können wir alle nun gebrauchen!

Ich hoffe, ihr bleibt mir trotz meiner kurzen Auszeit weiterhin treu. Ich brauchte vielleicht nur etwas Ruhe und Abgeschiedenheit von allem, und irgendwie hat die Corona-Krise auch etwas Gutes zum Vorschein gebracht: Die Rückkehr zu den wesentlichen Dingen. Denn Krisen führen nicht selten zu Relevanzverschiebungen. Denn sie zeigen: Dinge, die man als selbstverständlich hinnimmt und gar nicht allzu sehr wertschätzt – darunter Gesundheit, Familie, Freiheit und Geselligkeit – können auch ganz schnell bedroht sein. So kamen auch bei mir Fragen auf. Lebe ich bewusst und gesund? Was brauche ich gerade, um mich glücklich zu fühlen? Brauche ich wirklich Konsum in dieser Krise? Zwei Flugreisen im Jahr? Ständig Termine wahrnehmen – hin und her hasten (wichtige und unwichtige)?

Abschließend möchte ich sagen, dass diese Krise für uns alle ein Lehrstück war und noch ist. Wir sind alle ein wenig ver-rückt daraus hervorgegangen. Haben unsere Einstellung zu selbstverständlichen Dingen vielleicht verändert, unseren Focus wieder auf die wichtigen Dinge gelegt und das verbindet uns alle. Auch ich muss mich immer noch neu sortieren. Mich fragen, wo soll es hingehen?

Ich halte euch auf dem Laufenden, versprochen! Berichtet mir doch gerne, wie es euch in der Krise geht? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Seid ihr auch ein wenig ver-rückt in eurer Welt?

Bleibt gesund, Eure Hanuki

Zum Abschluss noch ein Zitat:

„Wir sind verletzlich, als Menschen, als Körper, als staatliches System in einer hochoptimierten Welt. Es ist eine große Egokränkung.“

Lisz Hirn, österreichische Philosophin

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