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Zurück zur Natur – Waldliebe und Seelenheil

Wie gut geht es mir, wenn ich im Wald bin. In einer sich immer schneller drehenden Welt sind kleine Auszeiten aus dem Alltag besonders wichtig. Der Wald bewirkt seelisches Wohlbefinden, er stärkt uns und gibt uns neue Lebenskraft. Ich möchte euch heute nach längerer Zeit mal wieder meine Liebe zum Wald beschreiben und vielleicht inspiriert euch der Beitrag ein wenig und ihr bekommt Lust auf einen Waldspaziergang….

Wer von uns kennt noch alle Bäume? Wer kennt die Namen der Blumen am Wegesrand? Wer weiß noch, welche Pflanzen essbar sind und welche nicht? Ich würde mal behaupten, nur die wenigsten. Das Leben in der modernen, digitalen Welt hat uns von unserem Ursprung weit entfernt. Wir sind so beschäftigt mit unserem Alltag, mit unseren Gewohnheiten, mit Lifestyle-Allüren und sonstigen neumodischen Beschäftigungen. Wir brummen mit riesigen Wandschränken (SUVs) über die Landstraßen und sehen kaum noch die Schönheit der Natur ringsrum. O.k., natürlich kann und soll jeder sein Leben so führen, wie er möchte. Es geht mir heute darum, wieder mehr Bewusstsein für die Schönheit der Natur zu schaffen – denn wir sind auch ein Teil davon.

Wandern im Schwarzwald ist immer ein besonders schönes Erlebnis.

Auf die Frage, was uns als Menschen verloren gehen würde, wenn Insekten, Vögel und damit die Natur verschwinden würde, antwortet Naturphilosoph Andreas Weber, dass riesige Kreisläufe des Ökosystems zusammenbrechen würden, von dem der Mensch ein Teil ist. „Wenn die Insekten verschwinden, dann verschwindet auch die menschliche Zivilisation“, sagte Weber und erklärte es mit dem Prinzip der Gegenseitigkeit, „dem Basisprinzip des Ökologischen“. Quelle: Deutschlandfunk

Weber hofft, dass die Menschen ihre Liebe zur Natur wiederentdecken würden, bevor es zu spät ist. „Oft entdeckt man erst dann ein Gefühl, wenn das Objekt auf das es sich bezieht unwiderruflich gegangen ist. Das wäre fatal.“

Kennt ihr die japanische Beschreibung für Waldbaden – Shinrin Yoku??

Die Japaner sind schon etwas weiter mit ihren Forschungen und nennen das neumodische Waldbaden „Shinrin Yoku“. Sie haben festgestellt, dass besonders gestresste, überlastete, überforderte und von Burnout-Geplagten-Businessmenschen dringend einen Ausgleich zu ihrem beruflichen Stress brauchten. Die Methode des Waldbadens ist dafür die beste Medizin. Waldbaden – ich sage einfach Waldspaziergang – bringt uns wieder zurück zu uns selbst. Wenn wir die energiespendenden Moleküle (Terpene) des Waldes, die Schönheit der Natur wieder bewusst wahrnehmen, voll eintauchen in den Wald mit allen Sinnen, dann erfahren wir ein neues Lebensgefühl. Back to the Basics. Wir sind wieder dort, wo wir hingeführen. In die Natur.

Die Shinrin Yoku Methode steht für die Überzeugung, dass Menschen, die den Kontakt zur Natur verloren haben, auch den Kontakt zu sich selbst verloren haben.

Waldbaden – Waldspaziergang oder Wandern in einer schönen Naturlandschaft bewirkt:

– wir kommen wieder in Kontakt zu uns selbst

– wir erlangen wieder neues Bewusstsein

– wir bekommen wieder frische Lebensenergie

– unser Immunsystem wird gestärkt

– der Blutdruck senkt sich

– wir werden achtsamer

– wir werden wieder dankbar

– wir erhalten seelisches Wohlbefinden (es wird vermehrt Endorphine und Serotonin ausgeschüttet)

– Stress wird abgebaut (das Stresshormon Cortisol wird abgebaut)

– es stellt sich innere Ruhe ein

Warum ich den Wald liebe

Schon als Kind wurde ich von meinen Eltern sonntags zum Spazierengehen in den Wald geschleppt. Es war (meistens) aber keine Qual für mich. Ich liebte den Wald, mit seinem schönen Licht- und Schattenspiel und der frischen Waldluft. So ist es auch heute noch. Wenn es mir seelisch schlecht geht, wenn ich energielos bin, Stress oder Sorgen habe oder einfach nur joggen möchte, dann fahre ich schnell in den Wald.

Einen ganz besonders intensiven Zugang zur Natur fand ich durch das Wandern. Das Wandern habe ich durch meinen Mann kennen gelernt. Zunächst war es etwas ungewohnt und wurde von mir auch etwas kritisch betrachtet (Igitt, Funktionskleidung), doch nach der ersten Wanderung war ich überzeugt, wandern ist nicht „old school“, es ist toll!! Bereits nach kurzen Strecken durch den Wald merkte ich, dass ich mich frisch und energiegeladen fühle. Dieses tolle Gefühl hielt meistens noch ein paar Tage an.

Was für eine Glück. Seit kurzem kann ich wieder kleinere Strecken wandern. Meine Bänderverletzung heilt langsam wieder.

Dr.   Rainer Brämer (Natursoziologe) sagt: „Erst seit sich in Langzeitstudien die Indizien für krankheitspräventive Effekte des Ausdauergehens häufen, nimmt sich die Medizin mehr und mehr des Themas an. Dabei erweist sich Wandern als geradezu ideales Breitbandtonikum für die Vorbeugung und Therapie fast aller Zivilisationskrankheiten.“

Bisher sind es nur Vermutungen, doch die Forscher gehen davon aus, dass unter anderem sogenannte Phytonzyden eine Rolle dabei spielen könnten: Pflanzen bilden diese Substanzen, um sich vor Krankheitserregern und Schädlingen zu schützen. Spaziergänger im Wald atmen Phytonzyden ein und profitieren möglicherweise von dem positiven Effekt auf den Körper, Seele und das Immunsystem.

Dr. Rainer Brämer (Bildungs-, Naturwissenschafts- und Natursoziologe) schreibt auf seiner Homepage www.wanderforschung.de:
„Danach ist unbestritten, dass schon ein Spaziergang durch eine grüne Parklandschaft oder gar nur Bilder mit ansprechenden Naturmotiven in hohem Maße stressentlastend wirken. Bewohner begrünter oder grünflächennaher Wohnbezirke bleiben auf Dauer gesünder, können ihre persönlichen Probleme besser lösen, haben bessere Kontakte zu ihren Nachbarn, begegnen ihren Familienmitgliedern seltener mit Aggressionen und werden seltener kriminell – und zwar unabhängig vom sozialen Status.Kinder, die in eine grünere Umgebung ziehen, verbessern ihre geistigen Leistungen signifikant. Ein Aufenthalt im Grünen hat für junge Menschen mit
Aufmerksamkeits-Defizit-und/oder Hyperaktivitäts-Syndrom kurzfristig eine ebenso entlastende Funktion wie das Standardmedikament Methylphenidat (einschlägiger Handelsname Ritalin)….“

Fakt ist, wir Stadtmenschen verlieren immer mehr den Kontakt zur Natur und dadurch zu uns selbst.

Für mich muss es keinen wissenschaftlichen Beweis geben. Ich fühle nach jedem Waldbesuch den positiven Effekt in meinem Körper und meinem Geist. Ich bin sogar so verrückt, dass ich mich manchmal an Bäume lehne (ich wollte jetzt nicht „umarmen“ schreiben!!) und mich direkt mit Energie aufladen lasse. Keine Tablette und keine Medizin können so eine natürliche Energie herstellen.

Fünf Tipps für den perfekten Waldspaziergang

1) Kauft euch eine gute Wanderkarte aus der Region (kostet nicht viel). Es gibt wirklich überall Wald in der Nähe. Vielleicht muss man mit dem Bus etwas rausfahren oder mit dem Auto, um in den nächsten Wald oder Park zu kommen, aber es wird sich lohnen. Mit einer Wanderkarte ist man perfekt ausgestattet und man entdeckt wunderbare Orte.

2) Plant vorher eure Wanderung. Für Anfänger können Rundwanderungen von 4-5 Kilometer ein guter Start sein. Fast alle deutschen Wälder sind gut erschlossen und ausgeschildert, es geht also niemand verloren.

3) Lasst das Smartphone zu Hause oder stellt es auf Flugmodus ein (falls ihr es zum Navigieren benötigt).

4) Nehmt einen kleinen Rucksack mit und füllt ihn mit ein paar Snacks (Nüsse, Energieriegel, etwas Obst und einer Flasche Wasser), Taschentücher und eventuell eine Kopfbedeckung. Tragt festes Schuhwerk und luftige bzw. bequeme Kleidung.

5) Habt Respekt! Das bedeutet, wir werfen keine Zigaretten (wer raucht im Wald??) oder Müll in den Wald. Wir nehmen unseren Hundi an die Leine und wir rasen auch nicht mit SUV-E-Bikes durch den unberührten Wald. Wenn sich schon Wochenendsportler mit E-Bikes (der Sinn erschließt sich mir bis heute nicht) in den Wald begeben, dann bitte nur auf die speziell vorgesehenen Trails. Wälder sind Ökosysteme und Bäume haben empfindliches Wurzelwerk, welches wir auf keinen Fall verletzen dürfen.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass wir Menschen auf vielfältige Weise unmittelbar von der Natur abhängig sind. Wir brauchen saubere Luft, reines Wasser, unbelastete Erde, gesunde Pflanzen und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Wenn das alles zerstört wird, dann sterben wir auch.

Lesetipp: Das Buch von Peter Wohlleben – Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt

Schöne Website: naturwald-akademie.org

Viel Spaß beim Waldbaden!

Erzählt mir gerne, ob ihr auch „Waldmenschen“ seid oder bisher nicht.

Liebe Grüße

Hanuki ♥

Mein Lieblingsbaum.

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