Glück
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Zurück in die Vergangenheit – Leben ohne Smartphone?

Ein Leben ohne Smartphone und ständige Erreichbarkeit geht das überhaupt noch?

Wer kennt das nicht? Das Handy piept, klingelt, vibriert oder spielt den nervigsten Samsung-Klingelton aller Zeiten. Gebannt starren wir nur wenige Sekunden später aufs Display, ganz egal, ob wir gerade beim Essen mit unserem Liebsten im Restaurant sitzen, im Bus oder Bahn sitzen, an der Tankstelle stehen oder an der Kasse im Supermarkt stehen. Immer mehr Leute zeigen ein bedenkliches und gestörtes Verhalten in Bezug auf ihr Smartphone. Und mal ganz ehrlich: Wer von uns kann auch mal ein paar Stunden auf sein Smartphone verzichten und schaltet es konsequent abends aus? Jemand im Café zu beobachten, der einfach nur ein Buch liest oder in der Gegend herumschaut ist fast schon eine Ausnahmeerscheinung.

Ich sage, es ist zu viel! Zu viel Smartphone-Getippe, zu viele sinnlose E-Mails, zu viele Facebook-Nachrichten, zu viele WhatsApp-Gruppen. Die Kommunikation per Smartphone scheint oft wichtiger zu sein, als die reale Unterhaltung mit den Personen am Tisch. Und ganz ehrlich, manchmal kann ich diesen medialen Overkill einfach zwischen Arbeit und Privatleben nicht mehr bewältigen. Kurz gesagt: Es stresst mich an manchen Tagen so stark, dass ich gereizt, ruhelos und schlecht gelaunt bin. Ja klar, ich bin Bloggerin und das bedeutet ständige Medienpräsenz ist Pflicht. Doch sehnen wir uns nicht alle manchmal nach einem authentischen Leben – ohne Medienstress? Oder bin ich einfach „old school“ weil ich so denke?

Auch soziale Netzwerke nehmen uns immer mehr in Beschlag

Wissenschaftler sehen mittlerweile die Rolle von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen sehr kritisch, denn meistens steht das Ego im Mittelpunkt und nicht mehr die Beziehung zu anderen. Auf Facebook ist man nicht mehr man selbst, sondern ein angelegtes (optimiertes) Profil, welches mehr oder weniger eine verzerrte Identität zeigt. Für viele ist es eine Scheinwelt, die oft gar nichts mit ihnen selbst zu tun hat. Es geht sogar so weit, dass vor allem Jugendliche vor ihrem Gerät sitzen und auf ein Feedback von anderen (z.T. Fremden) zum eigenen Leben warten und nur noch über virtuelle Kontakte kommunizieren. Das wahre Leben, mit Scheitern, Misserfolge, Erleben, Beziehungen pflegen, kommunikativer Austausch usw. findet immer seltener statt.

Aber wo liegt die Lösung? Wie kommen wir aus dem Informations-und- Medien-Overkill wieder heraus?

In ein Baumhaus ziehen? Einen Bio-Bauernhof mit glücklichen Hühnern betreiben? Nein, es geht viel einfacher…hier eine Liste meiner persönlichen Rettungsinseln:

-Smartphone zu bestimmten Zeiten ausschalten und beiseite legen: Beim Essen, vorm Schlafengehen, nach einem stressigen Arbeitstag, beim Einkaufen (nichts ist unhöflicher, als vor der Kassiererin wichtigtuerisch zu telefonieren) und natürlich beim Autofahren, oder einfach mal einen ganzen Sonntag.

-Sich wieder öfters mit Freunden und Familie verabreden. Nichts ist schöner und wertvoller als ein gemeinsames Essen oder Treffen mit Menschen, die einem nahe stehen. Austauschen, zusammen lachen, zuhören usw.

-E-Mails löschen oder über Outlook Regeln festlegen (Absender eines bestimmten Adressaten wird in entsprechenden Ordner abgelegt, z.B. die E-Mails vom Chef in den Ordner „Wichtig“ – E-Mails von Freunden in den Ordner „Freunde“ – Werbemails in den Spamordner – usw). Damit wird die E-Mail-Flut vorsortiert und erschlägt einen nicht sofort.

-Wie schon oft von mir gepredigt: Wieder öfters in den Wald gehen oder in den Park (ohne Smartphone). Mit allen Sinnen die Natur erleben (Vogelgesang lauschen, barfuß über das Gras laufen, die frische Luft einatmen). Gerade Kinder blühen im Wald regelrecht auf und sie brauchen dazu keine I-Pads mit lustigen Spielen. Kinder spielen im Wald mit allem was sie finden (Äste, Blätter, Käfer).

-Den Fernseher einfach mal ausschalten und etwas unternehmen (Kino, Spazieren gehen, gemeinsam Kochen, Tanzen gehen).

-Einfach mal einen ruhigen Platz suchen ohne Fernseher, ohne Musik im Hintergrund, Computer oder Laptop. Nur fünf Minuten alleine sein, und wir werden wieder Kontakt zu uns selbst finden.

Fazit:

Auch wenn mein wahres Leben nicht vom Handy, soziale Netzwerke und E-Mails abhängt, darauf verzichten möchte ich nicht mehr. Allein schon, um meinen Blog weiter betreiben zu können und mich mit meiner Familie austauschen zu können. Ich schalte aber mein Smartphone immer öfters bewusst aus oder lasse es einfach zu Hause liegen.

Ich bin nämlich davon überzeugt, die Erde dreht sich weiter, wenn wir nicht ständig online sind und nicht das 150igste lustige Katzenvideo gesehen haben. Denn gerade unsere ständige Erreichbarkeit und unser permanenter „Stand-by-Modus“ sind es, die uns daran hindern, mit uns selbst in Kontakt zu kommen. Gesund bleiben heißt für mich – bei mir zu sein!

Was ist eure Meinung? Könnt ihr noch auf euer Smartphone und die ständige Erreichbarkeit verzichten? Habt ihr schon mal das Experiment gemacht und wart für mehrere Tage offline??

 

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