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Stolz und Vorurteil

Letztens war ich auf einer Gartenparty bei Freunden eingeladen. Es waren viele fremde Leute auf der Party und ich freute mich über schönes Wetter, nette Gespräche und gutes Essen. Doch es kam anders, denn ich flog auf – als Bloggerin!Privat bin ich meistens Inkognito unterwegs. Das heißt, ich oute mich auf Partys oder Geburtstagsfeiern ungern als „Mode-Bloggerin“. Das hat den einfachen Grund: Viele Leute sehen eine Mode-Bloggerin als eingebildete, High-Waist-Jeans-Tragende, Schmollmundmachende und selfiesüchtige Angeberin.

Nun kam es an diesem Abend so, dass eine Freundin es in irgendeinem Zusammenhang ausplauderte und mich plötzlich einige der weiblichen Gäste ins Visier nahmen, um mir neugierige Fragen zu stellen. Es freute mich natürlich ein bisschen, dass einige sofort ihr Smartphone zückten und sich neugierig meine Hanuki-Seite angeschaut haben. Nur eine nicht! Sie legte sofort los mit ihren Kommentaren und äußerte etwas herablassend ihre ganz persönliche Abneigung und Missgunst gegenüber der Blogger-Szene. Das versetzte mir einen Stich und der Abend war irgendwie gelaufen.

Aber warum ist das so??

Bloggen früher und heute

Als vor ca. fünfzehn Jahren die ersten Mode-Blogs im Internet auftauchten, waren sie pure Inspiration und Kreativität. Eine neuartige Abwechslung zum Einheitsgelaber der Modemagazine.

Heute ist Bloggen aus dem modernen Internet nicht mehr wegzudenken. Es gibt mittlerweile Tausende von Fashion-, Food-, Beauty- oder Lifestyle-Blogs, besonders im Bereich der jüngeren Altersgruppen (16-25 Jahren). Immer wiederkehrende und beliebte Themen der jüngeren Bloggerinnen wie z. B.: No-Make-Up Posts (also ein Foto mit Concealer, Highlighter, Wimpern-Booster, Make-Up, Contouring und Spezialfilter), schmollmündige Selfieposts mit Strohhut vorm Hotelpool, Posts von Smoothie nuckelnden Influencern, Macarontürmchen in Pink, Capucchino-Tasse-mit-Hand-Posts…usw. verfälschen das Bild und führen zu einem oberflächlichen Einheitsbrei.

Diese Bilder bleiben natürlich bei der Allgemeinheit hängen und produzieren damit leider viele Vorurteile und ein falsches Image von Bloggerinnen. Natürlich gibt es Fashion-Blogs, wo eine Caro Daur mittlerweile über eine Million Instagram-Follower hat und ständig zwischen Mailand, New York und Paris hin und her jettet. Sie hat es geschafft, sich als eigene Marke erfolgreich zu vermarkten. Sie verdient fünfstellige Beträge für ein Selfie. Davon bin ich leider, oder Gott-Sei-Dank, Lichtjahre entfernt. Trotzdem werden wir Blogger immer noch kritisch beäugt und haben zuweilen mit vielen Vorurteilen zu kämpfen.

Wir Bloggerinnen essen gerne kleine Petit Fours und posten dies auf Instagram.

Warum blogge ich?

Ich blogge, weil mich meine persönliche Leidenschaft für das Schreiben über Mode und Schönheitsdinge antreibt. Ich blogge weil es mir Spaß und Freude macht!! Punkt!! Natürlich nuckele auch ich gerne mal einen Weizengrassmoothie lach und mache hin und wieder ein Schmollmündchen für Instagram schnutizieh, aber ich tue es weil ich Lust drauf habe. Außerdem blogge ich nicht für die Zielgruppe der Twentiesomethings, sondern für gestandene Frauen in meinem Alter. Ich erreiche meine Leser/innen durch Vertrauen und Authentizität, weil ich nur über Produkte/Marken/Themen schreibe, zu denen ich auch selbst stehe. Trotzdem frage ich mich in Situationen, wie oben beschrieben, wie man das Bild der Bloggerinnen wieder geraderücken kann?

Meine erste eigene Zeitung:

Meine erste kindliche, redaktionelle Arbeit (1979). Schon damals liebte ich es Artikel für meine eigene Zeitung zu schreiben. Wie man sieht, mit viel Humor und Spaß.

Vorurteil – Wahrheit und Lüge

Ich startete meinen Blog Hanuki.style 2016 nicht mit der Absicht, berühmt zu werden (na ja, ein bisschen vielleicht schon räusper). Auch wenn das einige denken, wenn ich manchmal freudestrahlend verkünde, dass am Vortag ganze 111 Besucher meine Seite besucht haben Gelächter Die Wahrheit ist, dass das Bloggen ziemlich viel Arbeit in Anspruch nimmt. Das können alle meine Blogger-Kolleginnen sicher bestätigen. Nebenbei bemerkt, ich arbeite hauptberuflich in einem sehr stressigen Job in Vollzeit. Ich verbringe daher wöchentlich mehrere Stunden abends und am Wochenende am Laptop, um Inhalte für Beiträge zu recherchieren, Artikel zu schreiben und Bilder zu bearbeiten. Mein Freund ist davon nicht immer begeistert, wie ihr euch sicher denken könnt. Trotzdem liebe ich was ich tue und bin stolz auf mein Werk und meine bisherige Arbeit. Ich selbst lese auch gerne Blogs von anderen Bloggerinnen und hole mir Inspirationen aus allen Richtungen.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag ein bißchen das Bild der Blogger geraderücken.

P.S. Bloggerinnen sehen auch nicht immer top gestylt aus! Ich werfe mich abends auch in meine Bio-Baumwoll-Leggins, in ein Fairtrade-T-Shirt und schlurfe mit meinen ökologisch wertvollen Chung Shi Clogs durch unsere stylische Altbauwohnung und esse eine Acai-Bowl.

Wie denkt ihr über Bloggerinnen? Habt ihr bestimmte Vorurteile oder inwiefern wurdest du als Blogger auch schon mit Missgunst und Kritik konfrontiert? Schreibt mir von euren Erfahrungen. Ich bin gespannt…

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