Glück, Mode
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Konsumschock!!!

Die Shopping-Welt hat mich wieder zurück!! Hurra, sollte ich schreien, aber ich tue es irgendwie nicht…Warum? Seit Wochen fieberte ich auf den Tag hin, endlich wieder mit vollen Tüten aus den Läden zu spazieren, aber das Gegenteil war der Fall. Was war passiert?

Mein erstes Shopping-Erlebnis nach 6 Monaten Enthaltsamkeit

Mein erster Einkauf klappte ganz gut. Bei Karstadt-Sport kaufte ich mir eine praktische Trekking-Hose mit Reisverschlüssen und ein praktisches Bio-Baumwoll-Shirt zum Wandern. (Anmerkung: Früher wusste ich überhaupt nicht, dass es Trekking-Hosen gibt!!!) Danach schlenderte ich aufgeregt zu P & C, um mir die aktuelle Frühjahrskollektion anzusehen. Kaum im Kaufhaus angekommen, war ich bereits überfordert von der riesigen Auswahl, und ich kam ins Schwitzen. Mein Kaufziel war eine Jeans mit ausgefranstem Saum. Zum Glück kam mir eine Verkaufsberaterin zur Hilfe. Sie brachte mir drei verschiedene Modelle zur Kabine und ich konnte einfach nur anprobieren. So kam dann noch eine schöne Sommerjeans von Cambio in meine Tüte. Ich war happy und fuhr nach Hause.

Bis hierhin ist alles noch schön. Nach ein paar Tagen, wollte ich noch ein paar Oberteile und Basic-Shirts bei der Modekette Z. kaufen, obwohl ich mir vorgenommen hatte, nicht wieder bei den Billig-Ketten einzukaufen. Wenn man keine Übung mehr im Shoppen hat und lange aus dem Business draußen ist, dann ist Z. & Co. nicht die beste Wahl. Im Wühl- und Kramchaos schnappte ich mir so viele Trendteile auf den Arm, dass ich kaum noch laufen konnte. Nach gefühlten 2-Stunden Wartezeit vor den Kabinen konnte ich endlich die Sachen anprobieren. Kennt ihr den „Cheerleader-Effekt“ aus der Serie „How I met your Mother“? So ist es im übertragenen Sinne auch bei Z. & Co. Von weitem betrachtet, sehen die Teile super und mega trendy aus und man will einfach alles kaufen, aber bei näherem Betrachten sieht man die Realität. Zum Teil schlechte Verarbeitung. Ich entschied mich dann für eine gemusterte, rosafarbene Stoffhose. Völlig fertig und gestresst fuhr ich danach nach Hause. Am nächsten Morgen präsentierte ich M. meine neue Hose. Er sagte nur, man sehe alles durch. Nach einem kritischen Blick in den Spiegel sah ich es auch. Das Ergebnis war: Ich brachte die Hose nach der Arbeit wieder zurück.

Mein Fazit:

Im Nachhinein betrachtet, denke ich schon, dass ich vor meiner Enthaltsamkeit leicht konsumsüchtig war. Shoppen hatte einen sehr großen Stellenwert in meinem Leben und war für mich oft Kaufkick, Ablenkung, Belohnung und Kompensation zugleich. Die ersten Monate waren daher wirklich hart für mich. Doch anstatt loszurennen, wenn ich gerade lustig war, um mir etwas Neues zu kaufen, fing ich an meine Sachen im Schrank neu zu kombinieren. Dadurch bin ich kreativer geworden und zufriedener mit dem was ich habe. Ich hatte auch viel mehr Zeit zum Nachdenken, für gemeinsame Zeit mit M. und für Sport.

Nach zwei Monaten hatte ich tatsächlich mehr Geld in der Brieftasche. Hin und wieder habe ich auch auf meinen Lieblings-Shopping-Seiten herumgesucht, um mich von etwas abzulenken. Zum Glück konnte ich aber immer rechtzeitig die Seite verlassen.

Ich glaube, dass wir alle (besonders wir Frauen) oft überfordert sind. Wir haben ständig das Gefühl, etwas Neues kaufen zu müssen, um gut auszusehen. Und es gibt ein so großes Überangebot, dass man keine Orientierung mehr hat. Die Sachen werden immer billiger, und dauernd kommen neue Trendteile dazu – in anderen Farben und Schnitten. So dass man oft das treibende Gefühl hat, einkaufen gehen zu müssen. Dieser Trend nennt sich „Fast Fashion“.

Ich musste also diesen Monat wieder ganz schnell die Handbremse ziehen, um nicht in diese „Fast Fashion“ Falle zu tappen. Ich werde sicherlich hin und wieder etwas Neues kaufen, aber ich achte nun wirklich auf Qualität und kaufe nur noch Kleider, die länger als eine Saison halten. Und das schließt eigentlich die ganzen Fast-Fashion-Teile aus, weil sie einfach wahnsinnig schnell kaputtgehen und auch Saisonware sind.

Zukünftig werde ich mir beim Einkaufen immer drei Fragen stellen: Passt mir das Teil wirklich? Brauche ich es wirklich? Und: Gefällt es mir wirklich? Erst wenn ich alle drei Fragen mit „Ja“ beantwortet habe, kaufe ich das Kleidungsstück.

Wünscht mir Glück.

 

8 Kommentare

  1. Ich wünsche dir sehr viel Glück! Aber ich habe den Eindruck, dass dir diese Shopping-Enthaltsamkeit sehr gut getan hat. Tatsächlich überlege ich immer wieder, ob ich das nicht auch mal ausprobieren sollte.
    LG
    Sabienes

    • Hanuki sagt

      Hallo Sabienes, ja das kann ich wirklich jeder „Shopping-Queen“ nur empfehlen 🙂 Ich habe überraschenderweise festgestellt, dass man Shoppen auch ein wenig verlernen kann (siehe meinen Erfahrungsbericht haha). Meine letzten Einkäufe waren einfach nur unkoordiniert und planlos. Ich ging mit einem Plan los (Basic-Oberteile für Sommer kaufen) und kam mit einem Rock und einem Blazer nach Hause. Einige Sachen habe ich dann am nächsten Tag wieder zurück gebracht, weil sie mir entweder, nicht mehr gefielen oder ich unsicher wurde. Hilfe. Hoffentlich legt sich das wieder…na ja, ich werde euch berichten 🙂

      LG
      Hanuki

  2. Pingback: Es geht weiter mit den Coolen Blogbeiträgen der Woche!

    • Hanuki sagt

      Hallo Romy, oh ja, es hat jeder so seinen eigenen „Schwach-werd-Bereich“ 🙂

      LG
      Hanuki

  3. Oh je, ich kenne das und immer wieder nehme ich mir vor Enthalsamkeit zu üben….nur noch dieses eine Teil und vielleicht das und dann brauch ich noch…so geht es ständig. Ich drück Dir die Daumen dass sich das Gefühl nicht wieder einstellt und Du diese Disziplin weiter behälst. Bin mir sicher man ist dann auch zufriedener.

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