Glück
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Eine kleine Geschichte über mein Frühstücksbrot

Eigentlich war dieser Beitrag gar nicht geplant. Aber mein Tag begann genau mit diesem Thema – Menschlichkeit. Ich möchte nicht theoretisch oder philosophisch erklären, was Menschlichkeit ist und auch nicht ein Pamphlet schreiben, sondern euch meine kleine Sichtweise und von meinem heutigen Erlebnis erzählen.

Heute früh, an einem ganz normalen Montagmorgen, stand ich wie so oft an der Bushaltestelle. In meiner Tasche ein belegtes Sandwich für mein zweites Frühstück, da ich es sonst nicht bis zur Mittagspause schaffe. Da erschien ein sehr verwahrloster Obdachloser und bettelte uns wartenden Fahrgästen an. Alle drehten sich angewidert weg, um dem üblen Geruch und diesem zerzausten, stinkenden Etwas möglichst zu entkommen. Nur ich schaute ihn an und fragte ihn, ob er Hunger hat. Er nickte und hielt die Hand hin. Ich kramte also mein Sandwich hervor und übergab es ihm. Er fragte auch nach Zigaretten, aber damit konnte ich leider nicht dienen. Er bedankte sich und zog weiter.

So begann also mein Tag. Dieses kleine Erlebnis führte dazu, dass ich mich gut fühlte. Nicht, weil ich dafür Lob und Anerkennung von anderen erhoffte, sondern weil ich nicht weggeschaut habe. Weil ich jemandem in die Augen geschaut habe, der offensichtlich keinen Platz in dieser Gesellschaft hat. Wie so viele mittlerweile – Obdachlose, Flüchtlinge, alte Menschen, Kranke oder von Armut Betroffene.

Dieser kleine Beitrag soll uns wachrütteln. Es ist nur ein winziges Stück Menschlichkeit, aber wenn wir alle kleine Stückchen sammeln, dann wird daraus etwas Größeres. Und wir können nun mal nur „bei uns selbst anfangen“ und mit anderen darüber reden, um ein Bewusstsein zu schaffen für dieses immer stärker werdende Gesellschaftsproblem: Die Verrohung.

Es ist leider keine subjektive Wahrnehmung, dass bereits eine beängstigte Verrohung in der Gesellschaft stattfindet. Gemeint sind damit verbale Ausbrüche von Hass, Gewalt und Aggressivität. Egal, ob im Bus, an der Supermarktkasse oder im Straßenverkehr. Ich nehme es überall wahr. Und ihr habt bestimmt auch viele Beispiele in eurem eigenen Umfeld gesehen.

Ich frage mich daher,  warum haben wir den Kontakt zu unserer „Mitwelt“ verloren? Wann haben wir ihn verloren? Wo liegen die Anfänge? Was kann jeder einzelne von uns tun? Sein Frühstück an einen Penner zu übergeben ist wirklich kein großes Ding, aber es ist ein kleiner Anfang. Mitgefühl für andere zu zeigen, bedeutet auch mal aus dem Hintergrund zu treten. Es bedeutet, der Kassiererin einen schönen Tag zu wünschen und nicht während dem Bezahlvorgang zu telefonieren. Es bedeutet, den Flüchtlingen freundlich in die Augen zu schauen und „Hallo“ zu sagen, und vielleicht ein paar Kindersachen bei der nä. Sammelstelle zu spenden. Im Straßenverkehr nicht hupen, wenn der Vordermann nicht mehr der Jüngste ist und etwas länger braucht…usw…usw…usw.

Ich könnte noch 1000 weitere Beispiele auflisten und ihr versteht sicherlich worum es geht. Mein Beitrag ist nur ein kleiner Appell an die Menschlichkeit und die Toleranz, denn es liegt in unserer Hand (an jedem einzelnen Tag) die Zukunft zu gestalten.

Wie geht ihr mit diesem Thema um? Seid ihr auch beängstigt? Schreibt mir doch zu diesem Thema…

Nun, hier doch noch ein Zitat (hihi):

„Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht.“

Zitat von Helmut Kohl

 

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