Mode
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Dress Up – Kleider machen doch Leute!

Ich erinnere mich noch genau an die Hochzeit meiner Cousine, als wenn es gestern gewesen wäre. Ich war neun Jahre alt. Es war aber nicht die Feierlichkeit, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist, nein, es war diese blonde Frau mit diesem unfassbar eleganten Abendkleid. Das Kleid war knöchellang, hatte einen langen Schlitz an der Seite und es war Schwarz-Weiß (halbseitig Schwarz – halbseitig Weiß). Ich weiß noch, wie ich sie bewundert habe und ich mir schon damals geschworen hatte, so möchte ich auch mal sein. Sie stach mit diesem außergewöhnlich tollen Kleid, mit diesem perfekten Make-Up und ihrem blonden Bob einfach aus der Menge heraus. Und ich? Ich trug an diesem Tag einen furchtbaren langen blauen Rock, mit weißem Blumenmuster und ich schämte mich sehr dafür. Sicher erinnert sich niemand mehr an mein Outfit!

Zweites Beispiel:

Ich kaufte mir vor ca. 10 Jahren einen sündhaft-teuren italienischen Ledertrenchcoat, den ich mir eigentlich überhaupt nicht leisten konnte. Dennoch war ganz verliebt in dieses edle Teil und ich weiß noch, wie er sich beim Anprobieren in dem Laden angefühlt hatte. Butterweiches Leder in Steinweiß, elegant geschnitten mit Applikationen und Reißverschlüssen. Ich trug ihn in den ersten Wochen sehr häufig, obwohl er teilweise etwas overdressed war. An einem Tag ging ich mit High Heels und meinem weißen Liebling in ein wiesbadener Schuhgeschäft. Eigentlich schaute ich mich nur ein bisschen um und suchte nichts Spezielles. Es waren noch andere Frauen in der Schuhboutique und stöberten wie ich. Als ich mich für ein bestimmtes Paar Schuhe interessierte und nach der Größe fragen wollte, standen die anderen Frauen schon an der Kasse und wollten zahlen. Als die Kassiererin mich sah, öffnete sie ihre Arme wie Moses, als er das Wasser teilte und sagte: „lassen Sie die Dame mal durch“! Und hier an dieser Stelle bestätigt sich der Spruch: „Kleider machen Leute“.

Negatives Beispiel:

Vor ein paar Wochen traf ich, während eines Meetings, einen entfernten Kollegen, der mit sehr schmutzigen und sehr alten abgetretenen Turnschuhen zum Meeting erschien. Ich konnte meine Augen (leider) kaum abwenden von diesem schaurigen Anblick und es hat mein Bild von ihm, leider sehr getrübt. Wenn ich jetzt an diesen Kollegen denke, denke ich sofort an diese dreckigen Schuhe, obwohl ich den Kollegen sehr schätze. Wie kann das sein?

Mit diesen Leggins bleibt man für immer in Erinnerung 🙂 Ob positiv oder negativ bleibt jedem überlassen.

Was sagt die Stilexpertin Janine K. Pötsch in einem Interview dazu:

„Kleider machen Leute. Das gilt vor allem in der Geschäftswelt. Mit welcher Kleidung man im Job eine gute Figur macht und wovon man lieber die Finger lassen sollte. Die Dresscodes im Überblick.

Ein Outfit sticht ins Auge, ist Ausdruck der Persönlichkeit und Wertschätzung gegenüber den Mitmenschen. Die Wahl der richtigen Kleidung sei deshalb nicht zu unterschätzen, sagt Janine Katharina Pötsch (35). Als Stilexpertin und Knigge-Trainerin berät die Münchnerin Menschen, die den passenden Kleidungsstil finden wollen. Zuallererst müsse die Basis stimmen: „Die Kleidung sollte gepflegt, die Hacken der Schuhe nicht abgelaufen und alle Knöpfe an ihrem Platz sein“. Wer diese Regel, also das „wie“ der Kleidung, beherzigt, dem stellt sich die Frage nach dem „was“.

In welchen Branchen gilt welcher Dresscode?

Für den Berufsalltag gilt, dass jede Branche ihren eigenen Dresscode hat. Pötsch erläutert: „In den klassischen Branchen wie bei Banken, Beratungsunternehmen und Anwälten geht ohne Anzug und Krawatte gar nichts.“ In kreativen Unternehmen wie in Marketing- und Designagenturen seien die Vorgaben hingegen etwas lockerer.

Was sind absolute Styling-Sünden?

Beim Outfit gilt: „Weniger ist mehr“. Zu viel Schmuck und Accessoires wirken überladen. Frauen sollten im Büro auf Spaghetti-Tops, zu tiefe Ausschnitte und Röcke, die mehr als eine Handbreit über dem Knie enden, verzichten, sagt Pötsch. Außerdem sollten Frauen zum Kleid oder Rock immer eine Strumpfhose tragen – auch im Hochsommer. Männer sollten zum Anzug statt Socken lieber Kniestrümpfe wählen, um zu verhindern, dass sie beim Hinsetzen „Bein zeigen“. Die Expertin rät Männern, Krawatten oder Hemden mit ungewöhnlichen Mustern wie „Micky Maus“ lieber im Kleiderschrank zu lassen und stets darauf zu achten, dass die Schuhe gepflegt und sauber sind.“ Quelle: http://www.gekonnt-wirken.de/kleider-machen-leute-dress-code-beraterin-im-wirtschaftsinterview

Mein Fazit:

Wir sollten also jeden Tag und jeden Anlass nutzen, mit einem tollen und gepflegten Outfit in Verbindung gebracht zu werden. Leider sagen viele, es sei oberflächlich, sich zu viele Gedanken über die Klamotte und sein Äußeres zu machen, schließlich gäbe es ja Wichtigeres. Aber Mode und Styling sind immer auch ein Statement! Wir kommunizieren mit unserer Kleidung. Wir kommunizieren mit unserem Styling nicht nur mit anderen, sondern auch mit uns selbst. Psychologen haben festgestellt, dass es sich positiv auf unsere Seele auswirkt, wenn wir auf unser Äußeres und auf Kleidung achten. Ich sage, wer sich Gedanken macht, was er trägt, der zeigt, dass er sich selbst wichtig ist.

Im Urlaub achte ich auch auf ein gutes Styling.

Also, Kleider machen doch Leute! Der erste Eindruck ist der Wichtigste. Innerhalb von Millisekunden bilden wir uns ein Urteil über andere und umgekehrt. So läuft es. Und wir können nicht einmal etwas dafür. Der erste Eindruck entscheidet daher oft über alles und er ist nie mehr rückgängig zu machen.

Mein Rat:

Verknüpfen wir also unsere inneren Werte mit ein paar gepflegten äußeren Werten und wir schaffen die besten Voraussetzungen für einen erinnerungswürdigen Eindruck.

Was meint ihr dazu? Schreibt mir eure Meinung…ich bin sehr gespannt!

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