Lifestyle and more, Schönheit
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Optimierungswahn (sinn)

Seit längerer Zeit frage ich mich, sind wir alle gefangen in einem ständigen Optimierungswahn? Ist es nicht genug, dass wir Frauen, seit dem Wohlstandszuwachs der 60er Jahren, von der neuen Optionenvielfalt regelrecht überfordert sind? Selbst-Optimierung bis zum Exzess. Die Digitalisierung als Treiber von Individualisierung erfasst nicht nur die Medien, sondern auch uns selbst. Smartphones und digitale Medien bestimmen bereits über unseren Körper, über unsere Gesundheit und ermöglichen dadurch eine neue Selbst-Kontrolle par excellence. Wir können unseren nächtlichen Schlafrhythmus überprüfen, unsere täglichen Schritte (mindestens 10 000 sollten es schon sein), unsere Ernährungsanalyse (Hilfe, zu viele Kohlenhydrate), Selfies mit Optimierungs-App (Pickel und Falten Ade), Botox, Hyaluronsäure, Silikon, Fettabsaugen usw. Es ergeben sich also immer mehr Optionen im Bereich der individuellen Lebensführung, des Konsums, der Mediennutzung und auch der Körperoptimierung. Wir schminken und retuschieren, wir benutzen Anti-Age-Seren mit Palmitoyl Tripeptide-3 oder Caprylohydroxamic Acid, um ewig jung und schön zu bleiben. Aber wozu dieser ganze Aufwand? Bin ich liebenswerter und erfolgreicher mit weniger Falten und einem gestählten Body? Vermutlich nicht. Wir sind nur leider gefangen in einer Welt, wo Schönheit, Vitalität, Fitness immer mehr an erster Stelle stehen. Schön sein zu wollen, ist ein Urbedürfnis des Menschen, aber viele rennen einem Schönheitsideal hinterher, dem sie niemals entsprechen können. Jeder sieht in den Medien perfekte Models und retuschierte Schönheitsideale. Der eigene Körper erscheint dagegen als Mängelexemplar, welches dringend bearbeitet werden muss. Körperliche Attraktivität gilt heute als eine Grundvoraussetzung eines am gesellschaftlichen Aufstieg orientierten Lebens. Ich kann für mich sagen, dass ich selbst auch ein gewisses Optimierungsverhalten an den Tag lege. Schminken, Fitness und gesunde Ernährung, gehören für mich zu einem gesunden Lifestyle dazu. Ein fitter Körper gibt mir mehr Wohlbefinden und schützt mich auch vor Zivilisationskrankheiten (z.B. Rückenschmerzen, Krebs oder Diabetes) und vorzeitigem geistigen und körperlichen Verfall.

Mein Fazit zu diesem Thema lautet, wie bei vielen Dingen: bloß nicht übertreiben! Zwischen Bauerntrampel mit unrasierten Achselhaaren und Wasserstoffblondine mit Schlauchbootlippen und XXL-Boobs gibt es zum Glück eine gesunde Schnittstelle. Und nicht zu vergessen, wahre Schönheit kommt von innen….“wo ist jetzt bloß meine heizbare Wimpernzange“????

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