Lifestyle and more
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Lieber jetzt an Morgen denken!

Vor drei Monaten entschied ich mich ganz bewusst zu einem sechsmonatigen Kaufverzicht, zumindest was Klamotten und Schuhe betrifft. Ich gebe es auch ganz offen zu, es fällt mir immer noch schwer, nicht zu konsumieren. Aber es soll ja auch ein bisschen wehtun, wenn man sich mal vorübergehend für eine nachhaltige Lebensweise entscheidet. Wenn man wie ich, schon 50 Paar Schuhe besitzt, kann man durchaus ein halbes Jahr auf den Kauf eines weiteren Paares verzichten. Oder wie seht ihr das?

Wir können alle ein wenig dazu beitragen, unser Ökosystem zum Wohle zukünftiger Generationen lebenswert zu erhalten, wenn wir uns öfters Mal unseren eigenen Lebensstil  bewusst machen. Mein Lebensstil war eigentlich gar nicht so schlecht, wenn ich jetzt so darüber nachdenke. Ich war vor meinem Autokauf bei Car-Sharing angemeldet (und bin es immer noch), meinen Kleiderschrank miste ich regelmäßig aus und spende mindestens 3x im Jahr an soziale Einrichtungen (z. B. Oxfam). Ich kaufe überwiegend Bio-Lebensmittel auf dem Wochenmarkt oder in Bio-Supermärkten ein und ich koche immer frisch und achte auf saisonale Angebote. Nachhaltige und fair produzierte Kleidung findet auch immer öfters den Weg in meinen Kleiderschrank und ich bringe viele gelesene Bücher in die städtischen Büchertauschschränke. Also mal gar nicht sooo schlecht für den Anfang!

Was heißt eigentlich eine nachhaltige Lebensweise?

Wikipedia: „Nachhaltiger Konsum ist Teil einer nachhaltigen Lebensweise und ein Verbraucherverhalten: Umwelt- und sozialverträglich hergestellte Produkte zu kaufen, kann politischen Einfluss auf globale Problemlagen ausüben, um die ökonomischen, ökologischen und sozialen Kosten zu minimieren.“

Was können wir alle tun, um dem Kommerz ein wenig zu entkommen?

Das neueste Smartphone kaufen, obwohl das Alte noch tip top läuft? Ein noch besserer Fernseher kaufen (4K statt 3K – oder was auch immer das bedeutet), den neuesten Frühjahrstrend kaufen usw. Wir alle sind Konsumenten und die Werbung weckt ständig viele Begehrlichkeiten. Je nachdem, wie viel Geld wir besitzen, können wir uns auch alles „gönnen“, was wir denken besitzen zu müssen.

Ich sage nun nach 3 Monaten Shopping-Enthaltsamkeit: Es geht vorbei. Wenn man ein wenig Abstand gewinnt und etwas Zeit vergangen ist, relativieren sich viele Konsumwünsche ganz von alleine. Manchmal ertappe ich mich noch dabei, auf den renommierten Shopping-Portalen Konsumwünsche in Form von Schuhen und Taschen in den Warenkorb zu legen und alles kurz vor dem Bezahlen einfach wieder zu löschen. Herrlich! Früher hätte ich einfach Klick Klick gemacht und 3 Tage später hätte ich das 57te paar Lieblinge in meinen Händen gehalten. Ich glaube, es ist die Summer der kleinen Entscheidungen, die bestimmen, wie nachhaltig und umweltfreundlich wir uns verhalten.

Hier ein paar einfache Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag und um den eigenen Rohstoffverbrauch zu senken:

Einkauf

  • Langlebige Artikel kaufen.
  • Wiederverwendbare Taschen zum Einkaufen benutzen, statt Plastiktüten zu kaufen (nix Neues).
  • Gebrauchte Dinge kaufen, z. B. Second-Hand-Läden oder Tauschbörsen nutzen.
  • Mehr Ökotextilien aus fairem Handel kaufen.
  • Auf Kauf von Billigklamotten verzichten – Investieren wir besser, aber seltener, in qualitativ hochwertige Kleidung (Für preisgünstig produzierte Mode aus Asien werden viele Pestizide verwendet und viel Wasser verbraucht, vor allem bei der Baumwollproduktion).

Besonders im Bereich Kindermode und Kinderartikel hat sich viel getan.

Ernährung

  • Mehr Bio-Lebensmittel einkaufen.
  • Wochenmarkt statt Discounter.
  • Fleischlose Tage einführen (Besser weniger Fleisch und dafür mehr Qualität aus artgerechter Tierhaltung kaufen).
  • Frisch Kochen, statt Fertigprodukte kaufen (Wer sich nur von Fertiggerichten ernährt, isst nicht nur ungesund, sondern gibt auch noch unnötig viel Geld für veränderte Lebensmittel aus. Denn je stärker ein Lebensmittel verarbeitet wurde, desto teurer ist es).

Selbstgekochtes, mit frischen Bio-Lebensmitteln schmeckt mir immer noch am besten.

Mobilität

  • Kurze Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zurücklegen.
  • Als Stadtbewohner auf Kleinwagen umsteigen, statt mit einer Spritschleuder durch die Gegend zu fahren (z. B. unnötige Stadt-Panzer).
  • Fahrgemeinschaften für den Weg zur Arbeit bilden.

Die Stadt ist jetzt schon von Kurzstreckenfahrern verstopft – also einfach mal Bus fahren!

Wir können uns alle immer wieder aufs Neue für einen nachhaltigen Lebensstil entscheiden. Jeder von uns kann durch sein eigenes Handeln einen wichtigen Beitrag leisten. Natürlich bin ich auch nicht die Super-Öko-Vorzeigefrau, und ich esse auch immer noch am allerliebsten meine glutamatverseuchten Nacho-Cheese-Dorito-Chips, denn Bio-Chips schmecken einfach nur öde und muffig.

Mein Fazit

Es ist für uns alle eine Herausforderung für eine bessere Zukunft, bestehende Einkaufs- und Konsummuster hin und wieder zu ändern. Die richtige Wahl zu treffen führt langfristig zu mehr Lebensfreude und mehr Lebensqualität. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber ich teile mittlerweile, tausche oft, verzichte auch gerne mal länger und wähle immerhin bewusster meine Lebensmittel aus, als ein blinder Konsument der Multi-Konzerne zu werden. Ich denke, wenn wir alle kleine Entscheidungen für Nachhaltigkeit treffen, haben wir schon einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan.

Wie seht ihr das? Welche nachhaltigen Entscheidungen habt ihr bereits in eurem täglichen Leben getroffen?

 

 

 

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