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Kann ich das noch tragen? Ist Mode eine Frage des Alters?

Vor einigen Wochen, im Auto mit meiner Freundin Anette, eine Unterhaltung unter Freundinnen: „Sag mal, kann ich in meinem Alter noch Jeans mit Löchern tragen, oder sehe ich damit lächerlich aus?“ Die Antwort: „Lass es lieber sein.“ Schade. Es ging um den neuen Trend, der aktuell überall zu sehen ist, Jeans in Ripped Optik. Zerrissene Jeans liegen derzeit total im Trend. Die Ripped Optik, also die in unterschiedlichen Abständen eingebrachten Querschnitte, sorgen für ein ausgefranstes Aussehen. Sehr cool, aber in unserem Alter auch noch cool?

Wir kamen nach langem hin- und her zum dem Ergebnis: Nein! Ripped Jeans sind nicht mehr angemessen, oder doch??

Rückblick:

Vor zwei Monaten war ich bei Zara shoppen. Eine schwarze Skinny Jeans in Ripped Optik fiel mir sofort ins Auge und ich war sofort fixiert. Ich probierte die Jeans an und bemerkte schon in der Umkleidekabine, dass diese Jeans viele, viele Löcher und Risse hatte. Destroyed Look in Vollendung! Sie passte perfekt und sie sah cool und verwegen aus. Doch dann kamen schleichend Zweifel, ob ich vielleicht ein klein wenig zu alt für diese Hose bin?

Oje, jetzt ist es soweit, dachte ich, ich kann nicht mehr alles tragen. Ich kam also aus der Umkleidekabine und fragte die 21-jährige Verkäuferin, ob sie denn diese Jeans an mir o.k. findet, in meinem Alter, und so? Da sie wohl gerade mit anderen wichtigen Dingen innerlich beschäftigt war (ich will eine rauchen; wo ist mein Lipgloss, etc.), war die Antwort nur mäßig: „Keine Ahnung, ich weiß ja nicht wie alt Sie sind.“ Nach einer Schweigeminute wurde ein Vorhang von der gegenüberliegenden Umkleidekabine aufgerissen und eine adrette Frau kam heraus. Sie hatte meine Frage zufällig mitgehört. Sie schaute mich an und sagte: „Ich bin über 50 und ich trage was ich will und wozu ich Lust habe.“

Das hatte mich überzeugt und ich kaufte das löchrige Beinkleid. Zuhause kamen erneut Zweifel und ich probierte die Jeans mehrmals an und prüfte mit strengem Blick mein Spiegelbild. Das Ergebnis nach zwei Tagen Grübelei: ich gab die Hose zurück und lies mir mein Geld zurückgeben. Ich musste der traurigen, aber wahren Tatsache ins Auge blicken: Ich bin zu alt für eine löchrige Skinny Jeans!!!! Oder doch nicht??? Hilfe!

Zerrissenehose600

Und schon sind wir bei der Frage, was kann man denn als Frau über Vierzig noch tragen, ohne sich lächerlich zu machen?

Lange Haare, Miniröcke, Glitzertops, Totenköpfe, Neonfarben, Leggings in wilden Mustern, Shorts – alles nur in der Jugend erlaubt? Und wo hört diese offiziell auf? Eine Sache des Alters oder des Befindens? Ich habe mir also Gedanken gemacht und bin zu folgendem Ergebnis gekommen (welches nicht in Stein gemeißelt ist):

Lange Haare. Ich trage meine Haare schon fast mein ganzes Leben lang. Ich hatte auch mal kürzere Haare und fand mich furchtbar damit. Wieso schneiden sich Frauen ab einem bestimmten Alter die Haare ab? Klar, es ist praktisch und gut, aber muss man denn mit 50 wie Mutter Beimer aussehen? Ich finde, jede Frau soll ihre Haare so tragen, wie sie sich am wohlsten damit fühlt. Für mich gibt es da keinerlei Einschränkungen.

Miniröcke. Zu diesem Thema gibt es nur eine Antwort: Hast du schöne Beine? Dann zeige sie! Sollte das Gegenteil der Fall sein, dann lieber nicht, und das gilt für jedes Alter. Aber Achtung, kurz ist ein dehnbarer Begriff. Deshalb gilt für mich: Knapp unter dem Po ist definitiv zu kurz (eigentlich auch in jedem Alter), eine knieumspielende Länge ist stets ideal. Ein kritischer Blick in den Spiegel ist also empfehlenswert. Ein schlichter, gut geschnittener Jeansrock, der bis kurz über das Knie reicht und mit einem geschmackvollen Oberteil kombiniert wird, kann auch von einer 60jährigen in der Freizeit getragen werden.

Minirock600

T-Shirts mit Swarovski-Applikationen. Wer Alarm braucht und möchte, dann nur zu. Ich sage dazu, weniger ist manchmal mehr.

Totenköpfe auf Taschen, T-Shirts, Jacken: Wenn man aussehen möchte wie die Geissens, dann ran an die Schädel. Die Wahrheit aber ist, Totenköpfe machen nicht automatisch jünger. Ob man diesen Stil mag, das sei auch jedem überlassen. Meine Meinung dazu, kennt ihr. Ich würde keine Totenköpfe mehr tragen (habe ich auch in jungen Jahren nicht getragen). Es gibt aber Frauen, wie Frau G., die sehen damit umwerfend aus.

Leggins. Hier sollte eine Frau gut überlegen. Eine Leggins ist noch lange keine Leggins. Wenn Frauen über 40 und mit Übergewicht Leggins mit bunten Mustern tragen, dann kann das durchaus einen leicht unvorteilhaften Charakter vermitteln und der Look wirkt leider nicht sehr stilvoll. Trägt eine Frau (egal, ob dick oder dünn) hingegen, eine schwarze Leggins zu einem tollen Kleid und kombiniert das Ganze mit passenden Pumps, dann ist das eine geschmackvolle Kombination und bekommt von mir die volle Punktzahl.

Leggins optimal mit Kleid kombiniert.

Shorts (Hotpants): Auch wenn man eine gute Figur hat, besser Finger weg. Außer man ist im Schwimmbad oder am Strand.  Ich trage hin- und wieder im Sommer auch Shorts, jedoch keine ultrakurzen, sondern etwas Längere bis kurz über Knie.

Es ist also gar nicht so leicht, immer die richtige Entscheidung zu treffen. So ging es mir jedenfalls bei meiner gekauften „Ripped Jeans“ mit Löchern.

Mein Fazit zu diesem Thema:

Je älter eine Frau wird, desto stilvoller und edler sollte ihre Kleidung sein. Denn allzu jugendliche Klamotten und Ramsch-Kleidung unterstreichen das Alter noch mehr und es wirkt schnell billig. Die Frau, die sich hingegen schlicht und edel kleidet, Selbstbewusstsein ausstrahlt, eine gute Frisur hat, und ein wenig Make-Up benutzt, wirkt immer elegant und stilvoll.

Hier noch ein Ausschnitt aus einem Interview von Modejournalistin Elke Giese zum Thema Modetabus im Alter: „Mode ist ein ganz wichtiger Aspekt der Gegenwart. Für mich gehört zu einer modernen Persönlichkeit auch eine Aufgeschlossenheit für Mode. Doch Vorsicht: Es ist elementar, einen Trend individuell und klug zu adaptieren. Man muss es schaffen, eine besonders gute Verbindung zwischen Charakter, Physis und Kleiderwahl zu treffen.“

Ich finde Frauen ab Vierzig fallen nur sehr selten durch unpassende Outfits auf, meistens haben sie ihren Stil gefunden. Die Modepolizei müsste deutlich öfters bei sehr jungen Frauen Knöllchen verteilen, (ich sag nur, Leggins ohne Rock) anstatt uns in Faltenröcke und praktische Funktionskleidung stecken zu wollen.

Was sagt ihr dazu? Lasst ihr euch von der Modepolizei etwas vorschreiben?? Ich bin gespannt auf eure Meinung!!!

 

 

 

 

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