Lifestyle and more
Schreibe einen Kommentar

Hanukis Sicht auf die Dinge

Stellt euch folgendes Bild vor: Jeden Morgen fährt man mit dem Bus zur Arbeit (trifft bei mir voll und ganz zu). An diesen Umständen mit allem, was dazugehört, kann man nichts ändern, es wiederholt sich Tag für Tag. An einem Tag ist es besonders laut und überfüllt im Bus. Heute stört es total und man könnte nur verärgert die Leute anpöbeln. Am nächsten Morgen, die gleiche Situation, man reagiert ruhig und gelassen. An den äußeren Umständen hat sich aber nichts verändert. Man reagiert also an einem Tag auf den äußeren Umstand auf eine bestimmte Art und Weise: mit Ärger und Frust, oder mit Gelassenheit. Was ist der Auslöser, dass man das eine Mal völlig gelassen, das andere Mal total genervt reagiert?

Eigene Wahrnehmung

Wenn man wirklich für sich versteht, wenn man sich bewusst macht, dass es die ganz eigene Interpretation der Gegebenheiten ist und es eben NICHT die äußeren Umstände sind, die einen wütend, ärgerlich, traurig, glücklich machen, hat man die Möglichkeit, die automatischen Reaktionen zu überdenken oder zu durchbrechen. Man kann dann z.B. tief durchatmen, über sich selbst lachen oder an Tagen, an denen man merkt, dass man gereizt oder schnell wütend ist, einfach einen Weg wählen, der vor diesen Umständen, die zu einer aggressiven Reaktion führen, abschirmen. Die Auslöser der Reaktion ist also nicht ein äußerer Umstand, sondern die eigene innere Einstellung – an jedem einzelnen Tag.

Einfluss von außen

Solange man davon überzeugt ist, dass die äußeren Dinge die Lebensqualität bestimmen, ist man ein Opfer der Umstände. Es wird keiner der anderen Mitmenschen, die im gleichen Bus fahren müssen, zu Hause bleiben, damit man sich nicht ärgert. Man kann also schimpfen und fluchen so viel man möchte, es ändert sich dadurch nichts. Die Umstände bleiben dieselben, die Mitmenschen bleiben dieselben, der Bus bleibt derselbe. Es sind praktisch feste Bestandteile dieser allmorgendlichen Erfahrung.

Die eigne Sichtweise ändern

Ich habe gelernt, ändern kann man nur sich selbst und seine eigene Sicht auf die Dinge. Es ist tatsächlich so, dass man lernen kann den Blick auf das „Außen“ zu verändern. Wichtig ist nur, es auch zu erkennen und dann umzusetzen. Man kann seine Lebensqualität wirklich verbessern, indem man aktiv wird. Sich aktiv bewusst wird, warum man gerade so reagiert, wie man reagiert. Ist man ärgerlich, weil man noch müde ist oder es Probleme am Arbeitsplatz gibt? Sich bewusst machen, was das gegenwärtige Befinden auslöst. Aktiv dagegen angehen, aktiv bemerken, dass man sehr viel glücklicher ist, wenn man die Dinge nicht überbewertet oder falsch interpretiert, feststellt, dass die äußeren Gegebenheiten zwar nicht veränderlich sind, wohl aber die innere Einstellung dazu. Die innere Einstellung macht das Leben zu einem glücklichen Leben (oder einem traurigen) und es liegt an jedem selbst, wie dieses Leben aussieht.

Achtung Anekdote: Heute früh hat uns der türkische Busfahrer voller Begeisterung seine Liebe zu Mireille Mathieu verkündet und Liedpassagen gesungen. Er fügte freudestrahlend hinzu, dass er extra französisch lerne, nur um ihre Lieder zu verstehen. Das nenn‘ ich mal Lebensfreude!  Abschließend drehte er sich zu uns um und wünschte allen Fahrgästen einen wunderschönen Tag. Alle, einschließlich mir, mussten daraufhin herzlich lachen und wünschten ebenfalls einen schönen Tag. Ich denke, unser aller Tag war  gerettet.

 

Schreibe hier Deinen Kommentar.